Dein Sortiment ist das Fundament deines Onlineshops. Doch nicht jedes Produkt wird auf die gleiche Weise gekauft. Bei einer Packung Zahnpasta überlegen Kund:innen meist deutlich weniger als bei einem neuen Smartphone oder einer Luxusuhr. Je nach Produkt unterscheiden sich deshalb auch die Erwartungen, die Kaufentscheidung und die passende Verkaufsstrategie.
Wenn du die verschiedenen Produktarten kennst, kannst du diese Unterschiede gezielt für dein Business nutzen. Du verstehst besser, wie deine Kund:innen einkaufen, kannst dein Sortiment übersichtlich strukturieren und Marketing, Preisgestaltung und Vertrieb darauf abstimmen.
Auch für die Navigation in deinem Onlineshop spielt eine klare Produktklassifikation eine wichtige Rolle. Kund:innen sollten schnell finden und vergleichen können, was sie suchen. Das gelingt längst nicht jedem Shop. Laut Baymard Institute unterteilen 75 % der untersuchten E-Commerce-Websites ihren Produktkatalog an bestimmten Stellen zu kleinteilig (Link auf Englisch). Dadurch fällt es Kund:innen schwerer, einen Überblick über relevante Produkte zu bekommen und das passende Angebot zu finden.
In diesem Beitrag lernst du die wichtigsten Produktarten im Handel anhand konkreter Beispiele kennen. Du erfährst außerdem, wie sie das Kaufverhalten beeinflussen und wie du dieses Wissen für dein eigenes Unternehmen nutzen kannst.
Was sind Produkte?
Ein Produkt ist grundsätzlich alles, was ein Unternehmen anbietet, um ein Bedürfnis zu erfüllen. Dazu gehören physische Waren ebenso wie digitale Produkte und Dienstleistungen. Im Einzelhandel reicht das Spektrum von Lebensmitteln und Kleidung über Möbel bis hin zu Software oder Onlinekursen.
Für Hersteller:innen umfasst der Begriff „Produkt“ sowohl die Rohstoffe, die für die Produktion gekauft werden, als auch die fertigen Waren, die verkauft werden. Diese beiden Handelsbranchen verfolgen unterschiedliche Ansätze in den Bereichen Produktentwicklung und Marketing, um erfolgreich zu sein.
Welche Rolle ein Produkt spielt, hängt auch davon ab, wer es kauft und wofür es genutzt wird. Verbraucher:innen kaufen zum Beispiel Lebensmittel für den eigenen Bedarf. Unternehmen benötigen dagegen Rohstoffe, Maschinen oder Software für ihre Produktion und ihren Geschäftsbetrieb. Deshalb lassen sich Produkte nach unterschiedlichen Merkmalen und Verwendungszwecken einteilen.
Was sind Produktarten?
Produktarten fassen Produkte zusammen, die bestimmte Eigenschaften oder ein ähnliches Kaufverhalten teilen. Eine wichtige Unterscheidung besteht beispielsweise zwischen Konsumgütern, die Verbraucher:innen für den eigenen Bedarf kaufen, und Industriegütern, die Unternehmen für ihre Produktion oder ihren Geschäftsbetrieb benötigen.
Innerhalb dieser Gruppen gibt es weitere Produktarten. Konsumgüter lassen sich danach unterscheiden, wie Kund:innen sie auswählen und kaufen. Bei Industriegütern spielt dagegen unter anderem ihre Funktion im Produktionsprozess eine Rolle.
Daneben können Produkte weitere Merkmale besitzen, die sich mit diesen Produktarten überschneiden. Ein Produkt kann gleichzeitig ein Konsumgut, ein digitales Produkt und ein Spezialartikel sein. Welche Einteilung sinnvoll ist, hängt deshalb davon ab, was du über dein Sortiment und das Kaufverhalten deiner Kund:innen herausfinden möchtest.
Wie werden Produkte klassifiziert?
Bei der Produktklassifikation ordnest du Produkte anhand gemeinsamer Merkmale bestimmten Gruppen zu. Dafür gibt es nicht nur eine richtige Methode. Je nach Sortiment und Ziel kannst du unterschiedliche Kriterien verwenden, zum Beispiel:
- Verwendungszweck oder Funktion: Küchengeräte, Sportausrüstung oder Bürobedarf
- Branche oder Markt: Mode, Automobil oder Beauty
- Zielgruppe: Produkte für Kinder oder Senior:innen
- Preissegment: Budget-, Mittelklasse- oder Premiumprodukte
- Material: Holz, Baumwolle oder Edelstahl
- Stil: modern, minimalistisch oder vintage
Produktkategorien können sich überschneiden. Ein hochwertiger Vintage-Holztisch kann gleichzeitig zur Produktkategorie Möbel, zum Premiumsegment und zum Vintage-Sortiment gehören.
Für deinen Onlineshop kannst du daraus eine Produkttaxonomie entwickeln. Sie legt fest, wie du dein Sortiment hierarchisch strukturierst, beispielsweise von einer breiten Kategorie über Unterkategorien bis zum einzelnen Produkttyp. So könnte aus „Bekleidung“ zunächst „Damenbekleidung“, anschließend „Oberteile“ und schließlich „T-Shirts“ werden.
Eine klare Struktur hilft deinen Kund:innen dabei, sich in deinem Sortiment zurechtzufinden. Gleichzeitig erleichtert sie dir die Organisation deines Shops und schafft eine gemeinsame Grundlage für Marketing, Merchandising und Bestandsplanung.
Wie beeinflusst die Produktart deine Geschäftsstrategie?
Welche Produktart du verkaufst, beeinflusst auch, wie Kund:innen ihre Kaufentscheidung treffen. Einen alltäglichen Bedarfsartikel kaufen sie häufig schnell und mit wenig Recherche. Bei einem teureren Einkaufsartikel vergleichen sie dagegen möglicherweise mehrere Angebote. Einen Spezialartikel suchen sie oft ganz gezielt.
Diese Unterschiede wirken sich auf verschiedene Bereiche deines Businesses aus. Je nach Produktart musst du andere Informationen bereitstellen, unterschiedliche Kaufargumente hervorheben und deine Preise, Vertriebskanäle und Marketingmaßnahmen darauf abstimmen.
Wie genau das aussieht, zeigen die einzelnen Produktarten im nächsten Abschnitt. Weiter unten erfährst du außerdem, wie du die Produktklassifikation konkret für Marketing, Preisgestaltung, Vertrieb und Bestandsplanung nutzen kannst.
In diesem Video (auf Englisch) erfährst du, wo du die besten Produkte findest:
Arten von Konsumgütern
Konsumgüter sind Produkte, die Menschen für den persönlichen Gebrauch oder ihren Haushalt kaufen. Dazu gehören alltägliche Waren wie Lebensmittel und Pflegeprodukte ebenso wie Trendprodukte wie Kleidung, Möbel oder Elektronik. Je nachdem, wie Kund:innen diese Produkte auswählen und kaufen, lassen sie sich in verschiedene Produktarten einteilen.
Bedarfsartikel
Bedarfsartikel kaufen Verbraucher:innen häufig und mit wenig Überlegung oder Aufwand. Viele davon werden regelmäßig verbraucht und anschließend nachgekauft. Ist etwa die Milch leer oder die Zahnpasta aufgebraucht, entsteht direkt ein neuer Bedarf.
Diese Produkte sind meist günstig und an vielen Verkaufsstellen erhältlich. Kund:innen kaufen sie deshalb häufig genau dann, wenn sie sie benötigen, statt den Kauf lange im Voraus zu planen.
Für Händler:innen können Bedarfsartikel regelmäßige Verkäufe ermöglichen. Gleichzeitig ist es schwieriger, sich von vergleichbaren Angeboten abzuheben, wenn viele Anbieter:innen ähnliche Produkte verkaufen.
Beispiele für Bedarfsartikel
- Milch
- Zahnpasta
- Seife
- Waschmittel
- Zeitschriften
- Snacks
- Wasser
Einkaufsartikel
Einkaufsartikel kaufen Verbraucher:innen seltener und meist mit mehr Überlegung. Häufig sind sie langlebiger und teurer als Bedarfsartikel. Deshalb investieren Kund:innen mehr Zeit in die Recherche und vergleichen verschiedene Angebote miteinander.
Beim Kauf eines Autos können beispielsweise Preis, Verbrauch, Sicherheitsmerkmale, Ausstattung und persönliche Vorlieben eine Rolle spielen. Bei anderen Einkaufsartikeln vergleichen Kund:innen wiederum Eigenschaften wie Qualität, Funktionen, Design oder Bewertungen.
Für Händler:innen kommt es deshalb darauf an, die relevanten Vorteile ihres Produkts klar herauszustellen. Produktinformationen, Marketing und Branding können dabei helfen, Unterschiede zu vergleichbaren Angeboten sichtbar zu machen.
Beispiele für Einkaufsartikel
- Bekleidung
- Autos
- Geräte
- Möbel
- Handys
- Umweltfreundliche Produkte
- Büromöbel
Spezialartikel
Spezialartikel besitzen Eigenschaften, die sie für bestimmte Kund:innen besonders attraktiv oder einzigartig machen. Käufer:innen suchen häufig gezielt nach einem bestimmten Produkt oder einer bestimmten Marke und sind weniger bereit, auf Alternativen auszuweichen. Das kann etwa bei einer bestimmten Designer-Handtasche oder einem bestimmten Luxusautomodell der Fall sein.
Für Händler:innen sind deshalb eine starke Markenidentität, eine klare Positionierung und konsistente Botschaften besonders wichtig. Zeige deutlich, was dein Produkt von Alternativen unterscheidet und warum diese Eigenschaften für deine Zielgruppe den höheren Preis rechtfertigen.
Beispiele für Spezialartikel
- Designer-Kleidung und Designer-Handtaschen
- Luxusautos
- Gourmet-Lebensmittel und -Getränke
- Hochwertige Kosmetik
- Maßgeschneiderter Schmuck
Ungesuchte Produkte
Ungesuchte Produkte sind Waren oder Dienstleistungen, die Verbraucher:innen entweder noch nicht kennen oder deren Kauf sie normalerweise nicht aktiv in Betracht ziehen. Dazu können neue oder spezialisierte Lösungen gehören, von deren Existenz potenzielle Kund:innen noch nichts wissen. Andere Angebote betreffen Themen, mit denen sie sich ungern beschäftigen, etwa Lebensversicherungen oder Bestattungsleistungen.
Solche Produkte lösen häufig Probleme, über die Kund:innen bisher wenig nachgedacht haben oder mit denen sie sich möglichst nicht beschäftigen möchten. Entsprechend entsteht die Nachfrage häufig nicht durch eine aktive Produktsuche.
Für Händler:innen besteht die Herausforderung deshalb zunächst darin, Aufmerksamkeit für das Produkt und seinen Nutzen zu schaffen. Marketing und Beratung sollten verständlich vermitteln, welches Problem das Angebot löst und warum es für die Zielgruppe relevant ist.
Beispiele für ungesuchte Produkte
- Feuerlöscher
- Erste-Hilfe-Sets
- Haussicherheitssysteme
- Lebensversicherungen
- Bestattungsdienste
Nachhaltige und umweltfreundliche Produkte
Nachhaltige und umweltfreundliche Produkte zielen darauf ab, ihre Umweltwirkung über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu reduzieren. Dabei können zum Beispiel Beschaffung, Produktion, Ressourceneinsatz, Verpackung und Entsorgung eine Rolle spielen.
Anders als die bisherigen Produktarten bildet Nachhaltigkeit keine eigene Kategorie nach Kaufverhalten. Sie kann verschiedene Produktarten miteinander verbinden. Manche Kund:innen berücksichtigen die Umweltwirkung gezielt bei ihrer Kaufentscheidung und entscheiden sich beispielsweise für eine nachhaltigere Alternative, auch wenn diese mehr kostet oder zusätzliche Recherche erfordert.
Je nach Produkt können nachhaltige Angebote deshalb unterschiedlichen Kategorien angehören:
- Nachhaltige Bedarfsartikel: kompostierbare Müllbeutel oder Bambuszahnbürsten
- Nachhaltige Einkaufsartikel: Kleidung aus Bio-Baumwolle oder energieeffiziente Geräte
- Nachhaltige Spezialartikel: Elektrofahrzeuge oder handgemachte Zero-Waste-Hautpflege
- Nachhaltige ungesuchte Produkte: Solaranlagen für Zuhause oder wassersparende Sanitärsysteme
Beispiele für nachhaltige Produkte
- Wiederverwendbare Wasserflaschen
- T-Shirts aus Bio-Baumwolle
- Biologisch abbaubare Reinigungsmittel
- Solarbetriebene Ladegeräte
- Nachfüllbare Beauty-Produkte
Kategorieübergreifende Produkte
Manche Produkte lassen sich nicht eindeutig einer einzigen Kategorie zuordnen. Das kann passieren, wenn neue Technologien mehrere Funktionen in einem Produkt verbinden oder sich die Nutzung eines Produkts verändert.
Ein Smartphone vereint beispielsweise Kamera, Musikplayer, Computer und Kommunikationsgerät. Welche Eigenschaften beim Kauf im Vordergrund stehen, kann sich je nach Zielgruppe und Nutzung unterscheiden.
Für Händler:innen wird dadurch besonders wichtig, die Kaufmotivation ihrer Zielgruppe zu verstehen. Überlege, warum Kund:innen dein Produkt kaufen, in welchem Kontext sie es nutzen und welche Vorteile für ihre Entscheidung ausschlaggebend sind. So kannst du deine Positionierung und Kommunikation darauf abstimmen.
Beispiele für kategorieübergreifende Produkte
- Smartwatches als Mischung aus Bedarfs- und Spezialartikel
- Kochbox-Abos als Mischung aus Einkaufsartikel und unbekanntem Produkt
- Designer-Athleisure als Mischung aus Einkaufs- und Spezialartikel
- Luftreiniger als Mischung aus Bedarfsartikel und unbekanntem Produkt
- Umweltfreundliche Reinigungsroboter als nachhaltige Einkaufs- und Spezialartikel
Digitale Produkte und Dienstleistungen
Digitale Produkte sind immaterielle Güter, die elektronisch bereitgestellt werden. Du brauchst dafür keinen physischen Lagerbestand, keine Verpackung und keinen klassischen Versand. Anders als bei physischen Waren kannst du ein digitales Produkt außerdem vielfach verkaufen, ohne jedes Exemplar neu herstellen zu müssen.
Dazu gehören beispielsweise Software, Streaming-Abos, E-Books, Onlinekurse und Apps. Je nach Nutzung können auch digitale Angebote unterschiedlichen Produktarten entsprechen. Eine Produktivitäts-App kann für regelmäßige Nutzer:innen einem Bedarfsartikel ähneln, während eine professionelle Anwendung für spezielle Anforderungen eher Eigenschaften eines Spezialartikels besitzt.
Digitale Produkte bringen dafür eigene Herausforderungen mit sich. Da Kund:innen kein physisches Produkt in den Händen halten, musst du den Nutzen deines Angebots besonders klar vermitteln. Viele digitale Angebote basieren außerdem auf Abomodellen statt auf einmaligen Käufen. Je nach Produkt können auch unberechtigte Weitergabe oder Piraterie eine Rolle spielen.
Beispiele für digitale Produkte
- Musik- und Video-Streaming-Abos
- Mobile Apps und Games
- E-Books und Hörbücher
- Onlinekurse und Zertifizierungen
- Website-Themes und Designvorlagen
- Cloud-Speicher und Software-as-a-Service-Tools
Produktarten: Industriegüter
Industriegüter kaufen Unternehmen für ihre Produktion oder ihren Geschäftsbetrieb. Dazu gehören zum Beispiel Rohstoffe und Bauteile für die Herstellung anderer Produkte, aber auch Maschinen, Software oder Betriebsmittel.
Anders als Konsumgüter richten sich Industriegüter in erster Linie an Geschäftskund:innen. Der Kaufprozess kann deshalb komplexer ausfallen. Gerade bei größeren Investitionen sind häufig mehrere Personen an der Entscheidung beteiligt und Faktoren wie Preis, Qualität, technische Anforderungen und langfristige Betriebskosten spielen eine wichtige Rolle.

Rohstoffe
Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die noch nicht oder nur geringfügig verarbeitet wurden. Unternehmen nutzen sie als Ausgangsmaterial für die Herstellung anderer Produkte.
Dazu gehören landwirtschaftliche Erzeugnisse ebenso wie natürliche Ressourcen. Aus Baumwolle entstehen beispielsweise Textilien, während Metalle und Mineralien in zahlreichen Industrieprodukten zum Einsatz kommen.
Die Preise vieler Rohstoffe schwanken mit Angebot und Nachfrage. Für Unternehmen kann es deshalb wichtig sein, Preisentwicklungen zu beobachten und ihre Beschaffung entsprechend zu planen.
Beispiele für Rohstoffe
- Weizen
- Rinder
- Wasser
- Erdgas
- Mineralien
- Wolle
Verarbeitete Materialien
Verarbeitete Materialien entstehen aus Rohstoffen, die bereits bearbeitet oder veredelt wurden. Unternehmen nutzen sie anschließend als Ausgangsmaterial für weitere Produkte.
Aus Eisenerz entsteht etwa Stahl, aus Holz lässt sich Sperrholz herstellen. Durch die Verarbeitung erhalten die Materialien bestimmte Eigenschaften, die ihre weitere Verwendung erleichtern. Dazu können beispielsweise eine gleichmäßigere Qualität oder eine längere Haltbarkeit gehören.
Beispiele für verarbeitete Materialien
- Stahl
- Kunststoffe
- Raffinierter Zucker
- Glas
- Papier
- Sperrholz
Investitionsgüter
Investitionsgüter nutzen Unternehmen über einen längeren Zeitraum, um Produkte herzustellen oder ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Dazu gehören zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge, Computer oder Werkzeuge. Sie sind meist größere Investitionen, die Unternehmen über längere Zeit nutzen und abschreiben. Außerdem bestimmen sie oft die langfristige Produktionskapazität eines Unternehmens.
Anders als Rohstoffe oder verarbeitete Materialien werden Investitionsgüter nicht bei der Herstellung eines einzelnen Produkts verbraucht. Rohstoffe und verarbeitete Materialien sind erforderlich, um Investitionsgüter herzustellen. Ein Computer benötigt etwa Metalle, Glas und Kunststoff. Wegen hoher Kosten und langfristiger Auswirkungen sind Kaufentscheidungen bei Investitionsgütern oft komplex und beziehen mehrere Stakeholder:innen ein.
Beispiele für Investitionsgüter
- Maschinen
- Gebäude
- Fahrzeuge
- Roboter
- Software
- Computer
Zwischenprodukte
Zwischenprodukte fließen in die Herstellung eines anderen Produkts ein und werden dabei weiterverarbeitet, verändert oder verbraucht. Im fertigen Endprodukt sind sie deshalb häufig nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form erkennbar.
Zwischenprodukte können Teile und Komponenten umfassen, die zur Herstellung eines Endprodukts verwendet werden. Anders als Bauteile, die im fertigen Produkt ihre Form und Funktion behalten, werden Zwischenprodukte jedoch häufig umgewandelt oder aufgebraucht.
Ein Beispiel für ein Zwischenprodukt ist kommerziell abgebautes Steinsalz, da es zur Herstellung vieler Lebensmittel- und Non-Food-Konsumgüter verwendet wird, jedoch selbst kein Endprodukt ist.
Beispiele für Zwischenprodukte
- Halbleiter
- Mehl
- Bauholz
- Baumwolle
- Autoersatzteile
Bauteile
Bauteile werden ebenfalls für die Herstellung eines größeren Produkts benötigt. Anders als Zwischenprodukte behalten sie im fertigen Produkt jedoch ihre eigene Form oder Funktion.
Bei einem Auto gehören beispielsweise Reifen, Batterie und Getriebe zu den Bauteilen. Sie werden in das Endprodukt eingebaut und erfüllen dort weiterhin eine klar erkennbare Aufgabe.
Beispiele für Bauteile
- Leiterplatten
- Reifen
- Displays
- Batterien
Zubehörgeräte
Zubehörgeräte tragen nicht zur Hauptfunktion eines Prozesses oder Systems bei, verbessern jedoch dessen Effizienz, Sicherheit oder Qualität. Sie sind häufig kleiner und günstiger als größere Investitionsgüter wie Maschinen oder Fahrzeuge. Sie unterstützen Investitionsgüter, sind aber nicht immer für den Grundbetrieb erforderlich. Außerdem erleichtern sie Arbeitsabläufe, ohne selbst Bestandteil der hergestellten Produkte zu werden.
Beispiele für Zubehörgeräte
- Drucker und Scanner
- Transportwagen
- Kassen
- Regale
- Förderbänder
Betriebsbedarf und Dienstleistungen
Zum Betriebsbedarf gehören Produkte, die Unternehmen regelmäßig für ihren täglichen Geschäftsbetrieb benötigen. Sie werden verbraucht oder müssen wiederholt ersetzt werden, fließen aber nicht direkt in die verkauften Endprodukte ein.
Dazu zählen Artikel wie Büromaterial oder Reinigungsmittel. Ergänzend nehmen Unternehmen Dienstleistungen in Anspruch, die den laufenden Betrieb unterstützen. Dazu gehören etwa Reinigungs- oder Entsorgungsdienste.
Beispiele für Betriebsbedarf und Dienstleistungen
- Büromaterial
- Reinigungsdienste
- Schutzausrüstung
- Einkaufsbeutel
- Abfallentsorgungsdienste
Digitale Industriegüter
Digitale Industriegüter sind Softwarelösungen und Plattformen, die Unternehmen für ihre Produktion, Logistik oder andere Geschäftsprozesse einsetzen. Sie können beispielsweise Abläufe automatisieren, Daten auswerten oder Maschinen und Lieferketten überwachen.
Dazu gehören unter anderem KI-gestützte Analysen, digitale Zwillinge und Industrial-Internet-of-Things-Systeme. Viele dieser Lösungen müssen an die Anforderungen eines Unternehmens angepasst oder in bestehende Systeme integriert werden. Anbieter:innen müssen deshalb häufig nicht nur die Funktionen erklären, sondern auch zeigen, welchen konkreten Nutzen die Lösung für das Unternehmen bietet.
Viele digitale Industriegüter werden außerdem als Abo angeboten und laufend aktualisiert. Dadurch spielen neben der ursprünglichen Kaufentscheidung auch Integration, Support und Wartung eine wichtige Rolle.
Beispiele für digitale Industriegüter
- KI-gestützte Software für vorausschauende Wartung
- Industrial-Internet-of-Things-Plattformen
- Simulationstools für digitale Zwillinge
- Software für Supply-Chain-Management
- Automatisierungssysteme für Smart Factories
- Cloudbasierte ERP-Lösungen
Trends in der Produktklassifikation
Neue Technologien und veränderte Erwartungen beeinflussen nicht nur, welche Produkte Kund:innen kaufen. Sie verändern auch, wie Unternehmen ihr Sortiment strukturieren, Produkte vermarkten und passende Angebote sichtbar machen.
Die klassischen Produktarten bleiben dabei relevant. Gleichzeitig gewinnen weitere Merkmale an Bedeutung, etwa personalisierte Einkaufserlebnisse, digitale Funktionen und der gesamte Lebenszyklus eines Produkts. Drei Entwicklungen spielen dabei eine besonders wichtige Rolle:
KI-gestützte Produktkategorien
KI verändert im E-Commerce, wie Händler:innen Produkte einordnen, empfehlen und auffindbar machen. Mithilfe von Kundendaten und maschinellem Lernen können KI-Systeme etwa erkennen, welche Produkte für einzelne Käufer:innen besonders relevant sein könnten.
Statt allen Kund:innen dieselben Kategorien und Empfehlungen zu zeigen, lassen sich Produkte dadurch stärker nach individuellen Interessen und bisherigem Verhalten präsentieren. Eine Person sieht beispielsweise zuerst Produkte einer bestimmten Marke oder Preisklasse, während eine andere passende Artikel anhand anderer Merkmale vorgeschlagen bekommt.
Für Händler:innen kann KI damit vor allem die Produktsuche und Produktempfehlungen verbessern. Die klassischen Produktarten verschwinden dadurch nicht. Sie lassen sich aber um eine individuellere Ebene ergänzen, die Kund:innen schneller zu relevanten Angeboten führt.
Digitale und physische Hybridprodukte
Immer mehr Marken verbinden physische Produkte mit digitalen Funktionen, um neue Erlebnisse zu schaffen. Diese Produkte bieten zusätzlichen Wert durch Personalisierung, Interaktivität oder Komfort.
Beispiele sind physische Kunstwerke mit digitaler Echtheitsprüfung oder Bonusinhalten sowie Augmented-Reality-Erlebnisse, bei denen Kund:innen Schuhe, Make-up oder Möbel virtuell ausprobieren können. So wird ein Teil des Einkaufserlebnisses aus dem Geschäft in den Onlineshop übertragen.
Solche Angebote zeigen, dass sich physische und digitale Produkte nicht immer klar voneinander trennen lassen. Für Händler:innen wird deshalb wichtiger, das gesamte Produkterlebnis zu betrachten und zu entscheiden, welche digitalen Funktionen ihren Kund:innen einen konkreten Mehrwert bieten.
Kreislaufwirtschaft und Produktlebenszyklus
Nachhaltigkeit verändert, wie Marken Produkte entwerfen, herstellen und verkaufen. Die Kreislaufwirtschaft ermutigt Unternehmen, über Einwegprodukte hinauszudenken und Produkte für Wiederverwendung, Reparatur, Recycling oder Weiterverkauf zu entwickeln.
Dadurch verschiebt sich auch die Produktklassifikation: Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Umweltwirkung werden wichtiger. Unternehmen, die den gesamten Produktlebenszyklus von Anfang an planen, können Abfall reduzieren, Nachfrage nach nachhaltigen Optionen bedienen und sich in umkämpften Märkten abheben.
Für Händler:innen können daraus auch neue Geschäftsmodelle entstehen, etwa Reparaturservices, Rücknahmeprogramme oder der Weiterverkauf gebrauchter Produkte. Gleichzeitig können sie damit Kund:innen ansprechen, für die eine längere Nutzung und ein bewussterer Umgang mit Ressourcen bei der Kaufentscheidung wichtig sind.
Wie du Produktklassifikation nutzt, um mehr zu verkaufen
Wenn du weißt, wie deine Kund:innen ein Produkt auswählen und kaufen, kannst du Marketing, Preise und Vertrieb gezielter darauf abstimmen. Die Produktklassifikation hilft dir dabei, die passenden Entscheidungen für dein Sortiment zu treffen:
- Marketing anpassen: Bedarfsartikel profitieren von hoher Sichtbarkeit und einem möglichst einfachen Kaufprozess. Bei Einkaufsartikeln helfen ausführliche Produktinformationen und klare Vergleiche bei der Entscheidung. Spezialartikel kannst du dagegen stärker über ihre besonderen Eigenschaften, deine Marke und gezieltes Storytelling positionieren.
- Preisstrategie verfeinern: Berücksichtige bei deiner Preisgestaltung, wie Kund:innen dein Produkt bewerten und mit welchen Alternativen sie es vergleichen. Bei Einkaufsartikeln spielen Preis-Leistungs-Verhältnis und Qualität eine wichtige Rolle. Bei Spezialartikeln können besondere Eigenschaften und eine klare Positionierung einen höheren Preis unterstützen.
- Die richtigen Vertriebskanäle wählen: Überlege, wo deine Zielgruppe nach deinem Produkt sucht und wie viel Beratung sie vor dem Kauf benötigt. Leicht vergleichbare Produkte können zum Beispiel von der Reichweite großer Marktplätze profitieren. Für Nischenprodukte oder erklärungsbedürftige Angebote kann dein eigener Onlineshop mehr Raum für ausführliche Informationen und eine gezielte Markenpräsentation bieten.
- Lagerbestand klug planen: Berücksichtige, wie häufig Kund:innen ein Produkt kaufen und wie gut sich die Nachfrage vorhersagen lässt. Regelmäßig nachgefragte Bedarfsartikel benötigen beispielsweise eine zuverlässige Verfügbarkeit. Bei saisonalen oder seltener gekauften Produkten kannst du deine Bestandsplanung stärker an erwarteten Nachfrageschwankungen ausrichten.
- Kundenerlebnis personalisieren: Nutze Informationen über Kaufabsicht und Verhalten, um Kund:innen relevante Produkte zu zeigen. Mithilfe von Segmentierung und passenden KI-Tools kannst du etwa Produktempfehlungen an individuelle Interessen und bisherige Käufe anpassen.
Schaffe bessere Produkte für deine Kund:innen
Welche Produkte du anbietest, ist nur ein Teil einer erfolgreichen Strategie. Genauso wichtig ist, dass du verstehst, wie deine Kund:innen diese Produkte auswählen und kaufen. Mit diesem Wissen kannst du deine Preisgestaltung, deine Botschaften und deine Vertriebskanäle gezielt auf ihr Kaufverhalten abstimmen.
Ordne deine Produkte dafür den passenden Kategorien zu und richte deine Strategie an den jeweiligen Besonderheiten aus. So kannst du neue Chancen erkennen und Angebote entwickeln, die zur Nachfrage am Markt passen und deinen Kund:innen echten Mehrwert bieten.
Häufig gestellte Fragen zu Produktarten
Warum ist die Produktklassifikation wichtig?
Die Produktklassifikation hilft dir dabei, dein Sortiment zu strukturieren und das Kaufverhalten deiner Kund:innen besser zu verstehen. Dieses Wissen kannst du nutzen, um unter anderem deine Produktpositionierung, Preisgestaltung, Marketingmaßnahmen, Vertriebskanäle und Bestandsplanung gezielter auszurichten.
Was sind materielle und immaterielle Produkte?
Materielle Produkte sind physische Güter, die du sehen und anfassen kannst. Beispiele sind Kleidung, Möbel oder Smartphones. Immaterielle Produkte besitzen keine physische Form. Dazu gehören unter anderem Software, digitale Abos oder Dienstleistungen.
Was ist der Unterschied zwischen Konsum- und Industriegütern?
Konsumgüter sind Waren und Dienstleistungen, die für den persönlichen Gebrauch gekauft werden, wie Lebensmittel und Kleidung. Sie haben eine breite Marktattraktivität und richten sich an Einzelpersonen. Industriegüter benötigen Unternehmen dagegen für ihre Produktion oder ihren Geschäftsbetrieb. Dazu gehören beispielsweise Rohstoffe, Maschinen, Bauteile oder Unternehmenssoftware.
Was sind die wichtigsten Produktarten von Konsumgütern?
Konsumgüter lassen sich anhand des Kaufverhaltens in vier grundlegende Produktarten einteilen:
- Bedarfsartikel: Produkte, die Kund:innen häufig und mit wenig Aufwand kaufen, wie Snacks oder Seife
- Einkaufsartikel: Produkte, die Kund:innen vor dem Kauf vergleichen, wie Kleidung, Möbel oder Elektronik
- Spezialartikel: Produkte, nach denen Kund:innen aufgrund bestimmter Eigenschaften oder einer starken Markenpräferenz gezielt suchen, wie Luxusuhren oder Designer-Produkte
- Ungesuchte Produkte: Produkte, die Kund:innen nicht kennen oder deren Kauf sie normalerweise nicht aktiv in Betracht ziehen, wie bestimmte Versicherungen oder Sicherheitssysteme
Digitale oder nachhaltige Produkte können ebenfalls in diese Kategorie fallen. Diese Bezeichnungen beschreiben andere Eigenschaften eines Produkts und keine zusätzliche Kategorie des Kaufverhaltens.
Welche Trends beeinflussen die Produktklassifikation?
Neue Technologien und veränderte Erwartungen erweitern die klassische Produktklassifikation. Dazu gehören personalisierte Produktempfehlungen durch KI, die Verbindung physischer Produkte mit digitalen Funktionen und eine stärkere Berücksichtigung des gesamten Produktlebenszyklus. Auch Eigenschaften wie Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit können dadurch an Bedeutung gewinnen.
Welche neuen Produktkategorien entstehen aktuell?
- Digitale Produkte und Dienstleistungen: Onlinekurse, Abos und Software
- Nachhaltige und umweltfreundliche Produkte: Artikel mit geringerer Umweltwirkung
- Digitale und physische Hybridprodukte: physische Artikel mit digitalen Funktionen, etwa Smartwatches oder AR-Erlebnisse
- KI-gestützte Tools: Produkte, die künstliche Intelligenz für Personalisierung oder Automatisierung nutzen
- Zirkuläre Produkte: Produkte, die für Wiederverwendung, Recycling oder Weiterverkauf entwickelt wurden
Wie beeinflusst die Produktart die Preisstrategie?
Die passende Preisstrategie hängt unter anderem davon ab, wie Kund:innen ein Produkt auswählen und welchen Wert sie ihm beimessen. Bei Bedarfsartikeln können Preis und Verfügbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Bei Einkaufsartikeln vergleichen Kund:innen häufig Preis, Qualität und Funktionen verschiedener Angebote. Spezialartikel können dagegen einen höheren Preis erzielen, wenn ihre besonderen Eigenschaften und ihre Positionierung diesen für die Zielgruppe rechtfertigen. Bei unbekannten Produkten musst du zunächst den Nutzen verständlich vermitteln, damit Kund:innen den Wert des Angebots einschätzen können.












