Secondhand ist längst mehr als eine günstige Alternative zu Neuware. Gebrauchte Produkte haben sich zu einem festen Bestandteil des deutschen Onlinehandels entwickelt: Laut einer repräsentativen Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) haben 55 % der Befragten 2025 angegeben, im vergangenen Jahr gebrauchte Produkte online gekauft zu haben. Besonders wichtig sind ihnen dabei günstige Preise, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und Nachhaltigkeit.
Für Händler:innen eröffnet diese Entwicklung neue Möglichkeiten. Mit einem ReCommerce-Shop kannst du gebrauchte Produkte zurückkaufen, aufbereiten und erneut verkaufen. So erschließt du zusätzliche Umsatzchancen, während deine Kund:innen hochwertige Produkte günstiger kaufen können und bereits produzierte Waren länger im Umlauf bleiben.
Was ist ReCommerce?
ReCommerce, kurz für Reverse Commerce, bezeichnet den Handel mit gebrauchten Produkten. Statt ausschließlich neue Ware zu verkaufen, bringst du bereits genutzte Artikel erneut in den Verkauf. Das kann stationär oder digital über einen ReCommerce-Shop geschehen.
Wie die Produkte zu dir gelangen, hängt von deinem Geschäftsmodell ab. Du kannst gebrauchte Artikel beispielsweise zurückkaufen, in Zahlung nehmen, auf Kommission anbieten oder im Rahmen von Upcycling-Programmen ankaufen. Anschließend prüfst du ihren Zustand und bereitest sie bei Bedarf auf, etwa durch Reinigung oder Reparatur. Danach verkaufst du sie weiter. So kann ein Produkt mehrere Besitzer:innen finden und länger genutzt werden.
ReCommerce ist damit Teil der Kreislaufwirtschaft. Denn statt ein noch nutzbares Produkt zu entsorgen und durch ein neues zu ersetzen, bleibt es länger im Umlauf. Das spart Ressourcen und kann Abfall sowie die Umweltbelastung durch die Herstellung neuer Produkte reduzieren.
Wie groß ist der ReCommerce-Markt?
ReCommerce hat sich in Deutschland längst zu einem relevanten Markt entwickelt. Laut bevh erzielte der deutsche Online-Secondhand-Handel 2024 einen Umsatz von 9,9 Mrd. €. Das entspricht einem Wachstum von rund 7 % gegenüber dem Vorjahr.
Auch 2025 setzte sich diese Entwicklung fort: ReCommerce-Plattformen steuerten rund 351 Mio. € zum Wachstum des deutschen E-Commerce bei. Damit entfielen etwa 14 % des gesamten Umsatzwachstums auf diesen Bereich.
Für Händler:innen entsteht daraus ein zusätzlicher Vertriebskanal: Du kannst gebrauchte Produkte neben deinem regulären Sortiment anbieten, eine eigene Secondhand-Kategorie aufbauen oder Rücknahme- und Trade-in-Programme nutzen. So erhältst du die Möglichkeit, mit einem Produkt mehr als einmal Umsatz zu erzielen und gleichzeitig Käufer:innen anzusprechen, die nach günstigeren Alternativen zu Neuware suchen.
Dass dafür Nachfrage besteht, zeigt ebenfalls die bevh-Studie: 55 % der Befragten in Deutschland hatten innerhalb eines Jahres gebrauchte Produkte online gekauft. Besonders häufig nannten sie Nachhaltigkeit, günstigere Preise und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis als Gründe für den Kauf. Bei der zukünftigen Kaufabsicht spielten Preis-Leistung und die Möglichkeit, sich durch die Ersparnis mehr leisten zu können, allerdings eine größere Rolle als Nachhaltigkeit.
ReCommerce verbindet damit zwei Entwicklungen, die für den Handel relevant sind: den Wunsch nach günstigeren Einkaufsmöglichkeiten und das Interesse daran, Produkte länger zu nutzen. Für Händler:innen wie dich eröffnet das die Chance, zusätzliche Umsätze zu erzielen und gleichzeitig ein stärker kreislauforientiertes Geschäftsmodell aufzubauen.
Arten von ReCommerce
ReCommerce kann je nach Geschäftsmodell und Produktkategorie unterschiedlich aussehen. Häufig kommen diese Modelle zum Einsatz:
- Ankaufprogramme: Kund:innen verkaufen gebrauchte Produkte an dich und erhalten dafür Geld oder Guthaben. Du prüfst die Ware, bereitest sie bei Bedarf auf und verkaufst sie anschließend weiter.
- Trade-in-Angebote: Kund:innen geben alte Produkte in Zahlung und erhalten dafür einen Rabatt oder Store Credit für ihren nächsten Einkauf.
- Kommissionsverkauf: Kund:innen überlassen dir ihre Produkte zum Verkauf. Du bietest sie in deinem Shop an und teilst den Erlös mit ihnen, wenn du ein Produkt verkauft hast.
- Peer-to-Peer-Modelle: Käufer:innen und Verkäufer:innen handeln gebrauchte Produkte direkt miteinander, zum Beispiel über einen Marktplatz. Als Händler:in oder Plattformbetreiber:in kannst du die dafür nötige Infrastruktur bereitstellen.
Zwei weitere Modelle werden in diesem Kontext häufig genannt, fallen aber genau genommen nicht unter die Definition von ReCommerce: Upcycling sowie Vermietung und Leasing. Beim Upcycling verarbeitest du gebrauchte oder beschädigte Produkte beziehungsweise Materialien zu neuen oder aufgewerteten Artikeln. Bei Vermietung und Leasing wechseln Produkte wie Mode, Eventartikel, Technik oder hochwertige Spezialprodukte nur vorübergehend die Nutzer:innen und werden nicht weiterverkauft. Beide Modelle verfolgen aber ein ähnliches Ziel wie ReCommerce: Produkte und Materialien möglichst lange im Umlauf zu halten.
Deshalb kannst du sie auch im Rahmen deines ReCommerce-Geschäfts anbieten. Du kannst beispielsweise Produkte zurücknehmen, die sich nicht mehr für den direkten Wiederverkauf eignen, und ihre Materialien für Upcycling nutzen. Oder du vermietest Produkte zunächst und bietest sie später als gebrauchte Ware in deinem ReCommerce-Shop zum Verkauf an.
Wer kauft ReCommerce-Produkte?
ReCommerce erreicht in Deutschland längst unterschiedliche Altersgruppen. Besonders aktiv sind jedoch jüngere Käufer:innen. Die ReCommerce-Studie des bevh zeigt, dass jüngere Menschen gebrauchte Produkte häufiger online kaufen als ältere.
Aktuelle Zahlen von eBay zeigen ebenfalls, wie stark das Interesse bei jüngeren Käufer:innen ausgeprägt ist. Laut einer Studie von ECC KÖLN und eBay Deutschland aus dem Jahr 2025 kaufen 37 % der Befragten häufiger gebrauchte oder wiederaufbereitete Produkte als noch im Vorjahr. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 51 %.
Ein wichtiger Kaufgrund ist der Preis. In der bevh-Studie nannten 71,2 % günstigere Preise und 66 % ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis als Gründe für den Kauf gebrauchter Waren. Für deinen ReCommerce-Shop sind deshalb nicht nur besonders nachhaltigkeitsbewusste Kund:innen interessant. Du kannst auch Käufer:innen ansprechen, die hochwertige Produkte günstiger erwerben oder mit ihrem Budget mehr bekommen möchten.
Welche Produkte eignen sich für ReCommerce?
Grundsätzlich eignen sich vor allem Produkte für ReCommerce, die auch nach ihrer ersten Nutzung noch einen ausreichenden Gebrauchswert besitzen. Dazu gehören beispielsweise Vintage-Kleidung, Bücher, Elektronik, Möbel und Freizeitartikel. Diese Kategorien werden in Deutschland besonders häufig gebraucht online ge- und verkauft.
Auch aktuelle Marktplatzdaten zeigen eine starke Nachfrage in mehreren Produktkategorien. Laut dem eBay Recommerce Report 2025 gehören bei deutschen Käufer:innen Kleidung mit 62 %, Technik und Elektronik mit 59 % sowie Spielzeug mit 36 % zu den besonders gefragten ReCommerce-Kategorien.
Welche Produkte sich für deinen eigenen ReCommerce-Shop eignen, hängt jedoch nicht allein von der Nachfrage ab. Wichtig ist auch, dass du ihren Zustand zuverlässig beurteilen und die Artikel zu wirtschaftlich sinnvollen Kosten prüfen, reinigen oder aufbereiten kannst. Besonders interessant sind deshalb langlebige, hochwertige oder reparierbare Produkte, die auch gebraucht noch einen ausreichenden Wiederverkaufswert besitzen.
Warum sich ReCommerce lohnt
ReCommerce ist längst mehr als ein Nischenmarkt. Wie groß die Nachfrage in Deutschland inzwischen ist, haben die Zahlen im vorherigen Abschnitt gezeigt. Doch für Händler:innen zählt nicht nur das Marktvolumen. Ein ReCommerce-Shop kann neue Zielgruppen erschließen, zusätzliche Umsatzmöglichkeiten schaffen und Kund:innen stärker an deine Marke binden.
- Preissensible Käufer:innen gewinnen
- Zusätzliche Umsatzquellen erschließen
- Nachhaltigkeit
- Bewusster Konsum
- Kundenbindung fördern
Preissensible Käufer:innen gewinnen
Der Preis gehört zu den wichtigsten Gründen für den Kauf gebrauchter Produkte. Laut bevh-Studie zählen Preis-Leistung und Ersparnis zu den stärksten Treibern für den Onlinekauf von Secondhand-Produkten. 54,5 % der befragten Käufer:innen gaben außerdem an, sich durch ReCommerce mehr leisten zu können.
Für Händler:innen eröffnet das die Möglichkeit, eine preissensiblere Zielgruppe anzusprechen, ohne dafür die Preise der Neuware senken zu müssen. Gerade hochwertige Produkte können als gebrauchte oder aufbereitete Variante für Käufer:innen interessant werden, denen der Neupreis zu hoch ist.
Zusätzliche Umsatzquellen erschließen
Mit ReCommerce endet das Umsatzpotenzial eines Produkts nicht zwangsläufig mit dem ersten Verkauf. Über Ankauf-, Trade-in- oder Rücknahmeprogramme kannst du geeignete Artikel zurück in dein Sortiment holen, aufbereiten und erneut verkaufen.
Besonders interessant ist das bei langlebigen, hochwertigen oder reparierbaren Produkten, die auch nach ihrer ersten Nutzung noch einen entsprechenden Restwert besitzen. Statt ausschließlich neue Ware zu verkaufen, ergänzt du dein Geschäftsmodell so um eine weitere Umsatzquelle.
Nachhaltigkeit
Um der Verschwendung, zum Beispiel in der Modebranche, entgegenzuwirken, setzen viele nachhaltigkeitsorientierte Einzelhandelsinitiativen auf eine Kreislaufwirtschaft. Diese fördert Reparatur und Wiederverwertung bestehender Materialien und Produkte über einen möglichst langen Zeitraum.
ReCommerce macht Nachhaltigkeit für Kund:innen konkret sichtbar: Produkte bleiben länger im Umlauf, weniger Artikel landen im Müll und es werden weniger Ressourcen für neue Waren benötigt. Besonders in ressourcenintensiven Branchen wie Mode, Elektronik oder Möbeln kann das ein starkes Verkaufsargument sein.
Bewusster Konsum
Da es immer einfacher wird, Kleidung und andere Artikel online weiterzuverkaufen, trennen sich viele Menschen von alten Stücken und investieren das Geld in hochwertigere gebrauchte Artikel. Apps wie Depop und Poshmark ebnen modernen ReCommerce-Diensten den Weg und haben gleichzeitig zur Entstehung einer florierenden Wiederverkaufsbranche beigetragen.
Auch der Wiederverkaufswert beeinflusst Kaufentscheidungen. Wenn Käufer:innen wissen, dass ein Produkt später noch weiterverkauft werden kann, fällt die Entscheidung für hochwertige Markenprodukte oft leichter.
Kundenbindung fördern
ReCommerce kann außerdem zusätzliche Berührungspunkte zwischen deiner Marke und deinen Kund:innen schaffen. Mit einem Rücknahme- oder Trade-in-Programm gibst du ihnen beispielsweise einen konkreten Grund, nach dem ersten Kauf erneut zu dir zurückzukehren.
Erhalten Kund:innen für zurückgegebene Produkte ein Shop-Guthaben, können sie dieses direkt für ihren nächsten Einkauf nutzen. Gleichzeitig kann ein transparenter Wiederverkaufswert hochwertige Produkte attraktiver machen: Kund:innen wissen bereits beim Kauf, dass sie den Artikel später möglicherweise wieder verkaufen oder eintauschen können.
Lesetipp: Du möchtest auch endlich in den immer weiter wachsenden E-Commerce-Markt einsteigen? In unserem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über den Onlinehandel.
Vor- und Nachteile von ReCommerce
ReCommerce bietet Händler:innen neue Möglichkeiten, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Bevor du deinen eigenen ReCommerce-Shop startest, solltest du deshalb beide Seiten kennen.
Vorteile des ReCommerce
Ressourcen schonen und Abfall vermeiden
Einer der größten Vorteile von ReCommerce liegt darin, vorhandene Produkte länger zu nutzen. Statt einen noch funktionstüchtigen Artikel zu entsorgen, gelangt er zurück in den Verkauf und bekommt ein neues Leben.
Das kann Ressourcen sparen und Umweltbelastungen reduzieren. So werden für neue Konsumgüter Rohstoffe und Energie benötigt und bei Herstellung und Transport Treibhausgase freigesetzt. Werden Produkte dagegen länger genutzt und gebraucht weitergegeben, müssen insgesamt weniger neue Waren hergestellt werden.
Hochwertige Produkte günstiger anbieten
Gebrauchte Produkte kosten häufig weniger als vergleichbare Neuware. Dadurch kannst du mit deinem ReCommerce-Shop auch Käufer:innen erreichen, für die bestimmte Produkte neu zu teuer wären. Das gilt beispielsweise für hochwertige Mode, Möbel oder Elektronik.
Der humanitäre Aspekt
Elektroschrott wird häufig nicht in Deutschland recycelt, sondern zu einem Großteil nach Afrika exportiert. Dort wiederum werden Menschen – oft Kinder – von windigen Geschäftsleuten zu einem Hungerlohn gezwungen, unseren Abfall nach noch brauchbaren Teilen zu durchsuchen. Um diesen Umstand langfristig abzustellen, reicht kein finanzielles Hilfsprogramm, sondern es bedarf eines Umdenkens in den reichen Industrieländern. Mit ReCommerce trägst du zu einer Umstrukturierung bei.
Wegwerfen war gestern
Immer mehr Konsumierende haben die Nase voll von ständigen Updates, von Produkten, die kaum ein Jahr alt werden – der sogenannten geplanten Obsoleszenz – und von fadenscheinigen Verkaufsargumenten für immer neue Konsumgüter. Lieber greifen sie zu einem Artikel, der weniger kostet, dafür aber lange hält. Wenn du einen eigenen Secondhand-Laden eröffnest, springst du auf genau diesen Zug auf und lieferst deiner Kundschaft hochqualitative Ware zu einem fairen Preis.
Regionale Wirtschaft stärken
ReCommerce schafft Jobs. Und zwar nicht irgendwo, sondern genau dort, wo dein Unternehmen sitzt. Denn wenn dein Business erst einmal läuft, wirst du immer mehr Teammitglieder brauchen, die dir helfen, deine Ware auf Vordermann zu bringen und sich um Verpackung, Versand und Kundenservice kümmern. Du bezahlst kein ausländisches Großunternehmen oder keine Textilfabrik, deren Arbeitsbedingungen außerhalb deiner Kontrolle liegen, sondern die Menschen in deinem Heimatort.
Nachteile des ReCommerce
Zusätzlicher Aufwand kann die Marge belasten
Gebrauchte Produkte lassen sich häufig günstiger als Neuware kaufen. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Kosten, bevor du sie erneut verkaufen kannst. Je nach Produkt musst du Artikel prüfen, reinigen, reparieren, aufbereiten oder authentifizieren. Auch die individuelle Bewertung und Produktdarstellung kosten Zeit.
Diese Aufwände solltest du bei deiner Kalkulation berücksichtigen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis, sondern welche Kosten bis zum erneuten Verkauf tatsächlich entstehen.
Nicht jedes angekaufte Produkt lässt sich weiterverkaufen
Gerade bei Elektronik oder reparaturbedürftigen Produkten kann sich nach der Prüfung herausstellen, dass eine Aufbereitung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Kaufst du solche Artikel bereits vorher an, trägst du das finanzielle Risiko.
Lege deshalb klare Annahmekriterien fest und prüfe Produkte möglichst früh. So kannst du besser einschätzen, welche Artikel sich für den Wiederverkauf eignen und bei welchen die erwarteten Kosten den möglichen Erlös übersteigen.
Du kannst auf Ladenhütern sitzen bleiben
Wenn du Neuware direkt von den Hersteller:innen kaufst und anschließend weiterverkaufst, existieren in der Regel vertragliche Regelungen, die es dir erlauben, nicht abgesetzte Artikel an die Produzent:innen zurückzugeben. Das Risiko von Ladenhütern tragen hier also die Hersteller:innen. Im ReCommerce sieht diese Sache natürlich anders aus. Auf einem Artikel, der sich partout nicht verkaufen lässt, bleibst du schlicht und einfach sitzen.
Warenbestand und Nachfrage sind schwerer planbar
Bei einem ReCommerce-Shop kannst du dein Sortiment nicht immer so gezielt nachbestellen wie bei Neuware. Welche Produkte verfügbar sind, hängt unter anderem davon ab, was Kund:innen verkaufen, eintauschen oder auf Kommission anbieten. Größen, Farben, Modelle und Zustände können deshalb stark schwanken.
Gleichzeitig weißt du nicht bei jedem Artikel, wie schnell er sich wieder verkauft. Bleibt Ware länger liegen, bindet sie Lagerfläche und Kapital. Einkauf, Bestandsplanung und Marketing können dadurch anspruchsvoller werden.
Zustandsbewertung muss Vertrauen schaffen
Bei gebrauchten Produkten spielt der individuelle Zustand eine größere Rolle als bei Neuware. Kund:innen sollten deshalb bereits vor dem Kauf erkennen können, was sie erwartet. Klare Zustandsklassen wie „wie neu“, „sehr gut“ oder „mit sichtbaren Gebrauchsspuren“, aussagekräftige Fotos und genaue Angaben zu Mängeln helfen bei der Einschätzung.
Das bedeutet zusätzlichen Aufwand für dich. Gleichzeitig ist eine transparente Produktbeschreibung wichtig, damit Kund:innen Zustand und Preis nachvollziehen können und nach dem Kauf keine unangenehmen Überraschungen erleben.
Preiskalkulation und Cashflow können komplexer werden
Der richtige Wiederverkaufspreis hängt von Zustand, Nachfrage, Seltenheit, Markttrends und Aufbereitungskosten ab. Hinzu kommt, dass sich deine Waren unterschiedlich schnell verkaufen. Dadurch kann Kapital länger im Lager gebunden sein als geplant. Behalte deshalb Verkaufsgeschwindigkeit, Lagerbestand, Kosten und Margen im Blick und passe deine Ankaufspreise und Verkaufspreise bei Bedarf an.
Voraussetzungen für die Gründung eines ReCommerce-Shops
Für die Gründung eines ReCommerce-Shops brauchst du in der Regel keine bestimmte Ausbildung oder berufliche Qualifikation. Je nachdem, mit welchen Produkten du handelst, können allerdings besondere Genehmigungen oder Nachweise erforderlich sein. Informiere dich deshalb vor dem Start, welche Vorgaben für dein Sortiment gelten.
Kenntnisse im Einzelhandel sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Wichtiger ist, dass du dich mit deinen Produkten gut auskennst. Schließlich musst du ihren Zustand und Wiederverkaufswert einschätzen und entscheiden können, ob sich Ankauf und Aufbereitung wirtschaftlich lohnen. Auch kaufmännisches Wissen zu Themen wie Preiskalkulation, Buchhaltung und Marketing hilft dir beim Aufbau deines Geschäfts.
Plane außerdem ausreichend Startkapital ein. Wie viel du benötigst, hängt von deinem Geschäftsmodell ab. Neben dem Ankauf der ersten Produkte können beispielsweise Kosten für deinen Onlineshop oder deine Ladenfläche, Lagerung, Verpackung, Versand sowie die Prüfung und Aufbereitung der Ware anfallen.
Bevor du mit dem Verkauf startest, musst du außerdem die rechtlichen und formellen Anforderungen für dein Unternehmen erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Wahl einer Rechtsform und die Gewerbeanmeldung. Welche Schritte dabei auf dich zukommen, erfährst du weiter unten genauer.
Und nicht zu vergessen: Du hast viel Kundenkontakt. Begeisterungsfähigkeit und ein Gespür für Menschen sind daher entscheidend für deinen Erfolg.
Lesetipp: Lerne, wie du mit der richtigen Preiskalkulation deine Verkaufspreise berechnest.
Wie funktioniert ReCommerce in der Praxis?
Im Kern folgt ReCommerce einem einfachen Ablauf: Ein gebrauchtes Produkt gelangt über Ankauf, Trade-in, Rücknahme oder Kommission in dein Unternehmen. Zuerst prüfst du, ob es sich für den Wiederverkauf eignet, und bewertest seinen Zustand. Je nach Produkt folgen Reinigung, Reparatur, Aufbereitung, Authentifizierung oder eine technische Prüfung. Anschließend legst du den Verkaufspreis fest und bietest den Artikel erneut zum Kauf an.
Wie genau dieser Prozess aussieht, hängt von deinem Sortiment und deinem Geschäftsmodell ab. Bevor du mit deinem ReCommerce-Shop startest, solltest du deshalb einige grundlegende Fragen klären:
- Welche Produkte eignen sich überhaupt für den Wiederverkauf?
- Nach welchen Kriterien entscheidest du, ob du einen Artikel annimmst?
- Welche Zustandsklassen nutzt du?
- Wie prüfst und bereitest du die Produkte auf?
- Wer entscheidet, ob ein Produkt angenommen wird?
- Welche Daten und Kosten berücksichtigst du bei der Preisgestaltung?
- Wie gehst du mit Retouren bei gebrauchten Produkten um?
- Wie oft prüfst du Margen, Lagerbestand und Cashflow?
Wähle den richtigen Vertriebskanal
Wenn du ein ReCommerce-Business planst, solltest du früh entscheiden, über welchen Vertriebskanal du deine gebrauchten Produkte verkaufen möchtest. Grundsätzlich kannst du gebrauchte Waren über einen eigenen Secondhand-Shop verkaufen, auf bestehende Marktplätze zurückgreifen oder beide Kanäle miteinander kombinieren. Entscheidend ist, welches Ziel du verfolgst: kurzfristige Reichweite und schneller Umsatz oder langfristiger Markenaufbau mit voller Kontrolle.
Eigener ReCommerce-Shop als strategische Basis
Mit einem eigenen ReCommerce-Shop bestimmst du selbst, wie du deine Marke und deine Produkte präsentierst. Du legst deine Preise und Qualitätskriterien fest und entscheidest, wie du Zustandsklassen, Produktinformationen, Service und Kommunikation gestaltest.
Mit Shopify kannst du dafür einen eigenen Onlineshop aufbauen und dein ReCommerce-Angebot direkt unter deiner Marke verkaufen. Anders als auf einem Marktplatz stehen deine Produkte dort nicht unmittelbar neben vergleichbaren Angeboten anderer Händler:innen. Außerdem baust du direkte Kundenbeziehungen auf und kannst die Daten, die Kund:innen dir im Rahmen der geltenden Datenschutzbestimmungen zur Verfügung stellen, beispielsweise für personalisierte Angebote und Kundenbindungsmaßnahmen nutzen.
Dafür musst du selbst dafür sorgen, dass potenzielle Kund:innen deinen Shop finden. Neben dem Aufbau und Betrieb des Shops solltest du deshalb auch Zeit und Budget für Marketing, Kundenservice und deine Logistik einplanen.
Verkauf über bestehende Marktplätze
Online-Marktplätze können dir den Einstieg erleichtern, weil du deine Produkte dort einer bereits bestehenden Nutzerbasis anbieten kannst. Für den deutschen Markt kommen je nach Sortiment beispielsweise eBay oder Amazon Retourenkauf infrage. Welche Plattform geeignet ist, hängt davon ab, welche Produkte du verkaufst und welche Zielgruppe du erreichen möchtest.
Im Gegenzug fallen für gewerbliche Händler:innen je nach Plattform und Angebot Gebühren an. Bei eBay gehören dazu beispielsweise Verkaufsprovisionen, Angebotsgebühren und Kosten für bestimmte Zusatzoptionen. Dafür übernimmt eBay unter anderem die Zahlungsabwicklung.
Außerdem gelten die Vorgaben der jeweiligen Plattform. Du hast dadurch weniger Kontrolle darüber, wie dein Angebot präsentiert und das Einkaufserlebnis gestaltet wird. Gleichzeitig konkurrieren deine Produkte direkt mit den Angeboten anderer Händler:innen.
Eigenen Shop und Marktplätze kombinieren
Du musst dich nicht zwingend für einen einzigen Vertriebskanal entscheiden. Du kannst Marktplätze beispielsweise nutzen, um zusätzliche Reichweite zu erzielen, und parallel deinen eigenen ReCommerce-Shop aufbauen.
So kannst du unterschiedliche Aufgaben auf mehrere Kanäle verteilen: Über Marktplätze erreichst du deren bestehende Nutzer:innen, während dein eigener Shop dir mehr Möglichkeiten für Markenaufbau und Kundenbindung bietet. Welcher Kanal langfristig die größere Rolle spielt, kannst du anhand deiner Kosten, Margen, Reichweite und Verkäufe entscheiden.
Formelle Aspekte
Rechtsform wählen
Wenn du einen ReCommerce-Shop eröffnest, bleiben dir Themen wie die passende Rechtsform leider nicht erspart. Auch wenn das für die meisten Menschen der weniger aufregende Teil der Planung ist, ist er nicht weniger wichtig und sollte gut durchdacht sein. Secondhand-Läden werden meist als UG, GmbH, GbR oder als Einzelunternehmen gegründet. Welche Rechtsform zu deinem Business passt, hängt unter anderem davon ab, ob du allein oder im Team gründest, wie viel Startkapital dir zur Verfügung steht und wie du deine Haftung gestalten möchtest.
Lesetipp: Unser Überblick über die gängigen Rechtsformen unterstützt dich bei der Wahl.
Behördengänge
- Eintrag im Handelsregister: Ob du deinen ReCommerce-Shop ins Handelsregister eintragen musst, hängt von deiner Rechtsform sowie bei Einzelunternehmen von Art und Umfang deines Geschäftsbetriebs ab. Eine GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) muss immer eingetragen werden. Bei einem Einzelunternehmen ist die Eintragung Pflicht, wenn dein Betrieb einen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erfordert. Ein kleineres Einzelunternehmen kannst du dagegen freiwillig eintragen lassen. Dadurch wirst du zum eingetragenen Kaufmann beziehungsweise zur eingetragenen Kauffrau (e.K.).
- Gewerbe anmelden: Ein ReCommerce-Shop ist ein Gewerbebetrieb. Deshalb musst du dein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Zusätzlich übermittelst du innerhalb eines Monats nach Aufnahme deiner Tätigkeit den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung elektronisch über ELSTER an das Finanzamt. Anschließend erhältst du deine Steuernummer.
- Industrie- und Handelskammer: Mit einem Handelsgewerbe gehörst du grundsätzlich zur zuständigen Industrie- und Handelskammer. Das Gewerbeamt übermittelt deine Gewerbeanmeldung an die IHK; du musst dich dort also nicht noch einmal selbst anmelden. Die IHK setzt sich anschließend mit dir in Verbindung.
- Berufsgenossenschaft: Für Unternehmen im Handel ist in der Regel die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) zuständig. Du musst dein Unternehmen innerhalb einer Woche nach Beginn bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden. Das gilt auch, wenn du keine Mitarbeiter:innen beschäftigst. Als Unternehmer:in bist du dadurch allerdings nicht automatisch selbst gesetzlich unfallversichert. Bei der BGHW kannst du dich freiwillig versichern.
Die wichtigsten Tipps für erfolgreichen ReCommerce zusammengefasst
Bei einem ReCommerce-Shop kommt es nicht nur darauf an, die richtigen Produkte anzubieten. Du brauchst auch klare Prozesse für Auswahl, Bewertung, Aufbereitung, Preisgestaltung und Verkauf. Mit diesen Tipps schaffst du dafür eine gute Grundlage:
- Wähle geeignete Produkte für den Wiederverkauf: Nicht jedes Produkt eignet sich gleichermaßen für ReCommerce. Prüfe deshalb bei der Produktauswahl bereits vor dem Ankauf oder der Rücknahme, ob du Zustand und Qualität zuverlässig beurteilen kannst und ob sich Reinigung, Prüfung oder Aufbereitung wirtschaftlich lohnen. Berücksichtige dabei auch den möglichen Wiederverkaufswert. Bei Produkten mit besonderen Anforderungen an Hygiene, Haltbarkeit oder Sicherheit solltest du zusätzlich prüfen, welche gesetzlichen Vorgaben für deine Produktkategorie gelten.
- Lege klare Qualitätskriterien fest: Definiere einheitliche Kriterien für Zustand, Funktion und bei Bedarf auch Echtheit. Besonders bei Markenware solltest du prüfen, ob ein Produkt authentisch ist, bevor du es weiterverkaufst. Lege außerdem feste Zustandsklassen wie „wie neu“, „sehr gut“, „gut“ oder „akzeptabel“ fest. So bewertest du deine Produkte nach einheitlichen Maßstäben und erleichterst deinen Kund:innen den Vergleich.
- Setze auf transparente Produktinformationen: Beschreibe den Zustand jedes Artikels so genau wie möglich und zeige vorhandene Gebrauchsspuren, Reparaturen, fehlende Teile oder andere Mängel. Gib auch an, welches Zubehör zum Lieferumfang gehört und ob ein Produkt gebraucht oder professionell aufbereitet wurde. Nutze mehrere aussagekräftige Fotos, die den tatsächlichen Artikel oder seinen Zustand realistisch zeigen. Informiere außerdem klar über Versand, Retouren und Gewährleistung.
- Kalkuliere deine Preise sorgfältig: Orientiere dich nicht nur am ursprünglichen Neupreis. Berücksichtige den aktuellen Marktwert, den Zustand und die Nachfrage sowie deine Kosten für Ankauf, Prüfung, Aufbereitung, Lagerung und Verkauf. So kannst du besser beurteilen, zu welchem Preis sich ein Artikel für dich noch lohnt.
- Bereite Produkte sinnvoll auf: Nicht jeder gebrauchte Artikel braucht die gleiche Behandlung. Prüfe, welche Reinigung, Reparatur oder Aufbereitung nötig ist, damit du das Produkt in dem angegebenen Zustand weiterverkaufen kannst. Behalte dabei die Kosten im Blick, damit sich die Aufbereitung wirtschaftlich lohnt.
- Schaffe klare Abläufe für Lager und Versand: Gebrauchte Produkte unterscheiden sich häufig in Modell, Zustand oder Ausstattung und müssen deshalb individuell erfasst werden. Eine genaue Bestandsverwaltung hilft dir dabei, den Überblick zu behalten. Plane außerdem feste Prozesse für Verpackung, Versand und Retouren ein.
- Mach den Mehrwert deines ReCommerce-Angebots konkret: Zeige deinen Kund:innen, warum sich ein gebrauchtes oder aufbereitetes Produkt für sie lohnt. Das können beispielsweise ein günstigerer Preis gegenüber Neuware, eine professionelle Prüfung oder eine längere Produktnutzung sein. Wenn Nachhaltigkeit Teil deiner Positionierung ist, erkläre nachvollziehbar, wie du Produkte länger im Umlauf hältst oder mit Artikeln umgehst, die sich nicht mehr weiterverkaufen lassen. Laut Umweltbundesamt kann die längere Nutzung und Weitergabe von Konsumgütern Ressourcen schonen und die Umweltbelastung reduzieren.
- Nutze zusätzliche Vertriebskanäle: Neben deinem eigenen ReCommerce-Shop kannst du geeignete Produkte auch auf etablierten Marktplätzen anbieten. Für den deutschen Markt kommen je nach Sortiment beispielsweise eBay, Kleinanzeigen oder für Mode Vinted infrage. Vinted bietet inzwischen beispielsweise eigene Funktionen für gewerbliche Pro-Verkäufer:innen. Prüfe bei jedem Marktplatz, welche Produktkategorien zugelassen sind, welche Gebühren anfallen und welche Vorgaben für gewerbliche Händler:innen gelten. So kannst du zusätzliche Reichweite gewinnen, ohne deinen eigenen Shop als zentralen Vertriebskanal aufzugeben.
- Automatisiere wiederkehrende ReCommerce-Prozesse: Je größer dein Programm wird, desto aufwendiger kann es werden, Rücknahmen, Trade-ins, Zustandsbewertungen und Guthaben manuell zu verwalten. Spezielle Shopify-Apps können dir einen Teil dieser Arbeit abnehmen. Tern Trade-in ermöglicht beispielsweise Trade-ins und Rückkäufe direkt über deinen Shopify-Shop. Du kannst Regeln und Rückkaufswerte festlegen, Guthaben automatisiert ausgeben und geeignete Produkte anschließend wieder in deinem Shop anbieten. Prüfe vor der Installation, welche Funktionen, Kosten und Datenzugriffe zu deinem Business passen.
- Behalte Markt und Kund:innen im Blick: Beobachte regelmäßig, welche Produkte gefragt sind, zu welchen Preisen vergleichbare Artikel verkauft werden und welche Waren lange in deinem Lager bleiben. Nutze diese Erkenntnisse, um deine Ankaufskriterien, Preise und dein Sortiment weiterzuentwickeln.
In diesem Video (auf Englisch) erfährst du, wie du deinen Onlineshop mit Shopify ganz einfach erstellst:
Fazit
Mit einem eigenen ReCommerce-Shop erschließt du dir einen wachsenden Markt und gibst gebrauchten Produkten gleichzeitig eine neue Chance. Du erreichst Kund:innen, die hochwertige Produkte günstiger kaufen möchten, und kannst zusätzliche Umsatzmöglichkeiten schaffen und Produkte länger im Umlauf halten.
Das Beste daran: Du musst nicht von Anfang an ein umfangreiches ReCommerce-Programm aufbauen. Starte mit einem klar abgegrenzten Sortiment, definiere deine Qualitätskriterien und entwickle deine Prozesse Schritt für Schritt weiter. Mit einem eigenen Onlineshop schaffst du dafür die passende Basis und kannst selbst entscheiden, wie du deine Produkte präsentierst, deine Marke aufbaust und dein Angebot weiterentwickelst.
Wenn deine Geschäftsidee steht, kannst du also direkt loslegen. Wähle die ersten Produkte für dein Sortiment aus, richte deinen ReCommerce-Shop ein und bringe gebrauchte Produkte zurück in den Verkauf.
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Häufig gestellte Fragen zum Thema ReCommerce-Shop
Was ist der Unterschied zwischen ReCommerce und Resale?
Resale bezeichnet grundsätzlich den Weiterverkauf bereits gebrauchter Produkte. ReCommerce beschreibt den gewerblichen Handel mit gebrauchten Waren und umfasst je nach Geschäftsmodell auch die Prozesse rund um Ankauf oder Rücknahme, Prüfung, Aufbereitung, Zustandsbewertung, Preisgestaltung und erneuten Verkauf.
Welche Produkte eignen sich besonders gut für den ReCommerce-Markt?
Produkte mit langer Lebensdauer und stabiler Nachfrage sind ideal. Dazu zählen etwa Elektronik, Mode, Möbel, Bücher, Outdoor- und Sportartikel sowie Babybedarf. Wichtig ist, dass sie sich gut aufbereiten und bewerten lassen. Für deinen ReCommerce-Shop solltest du zusätzlich prüfen, ob sich Ankauf, Reinigung, Prüfung und Aufbereitung wirtschaftlich lohnen.
Welche Plattformen eignen sich für den Einstieg in den ReCommerce?
Shopify ist eine hervorragende Basis, um deinen eigenen ReCommerce-Shop flexibel, skalierbar und mit ausgezeichneter User Experience aufzubauen. Zusätzlich bieten sich Marktplätze wie eBay, Kleinanzeigen, Vinted oder Rebuy sowie Social-Commerce-Kanäle wie Instagram oder TikTok an, um deine Reichweite zu vergrößern.
Wie kannst du deine ReCommerce-Angebote erfolgreich bewerben?
Setze auf authentisches Storytelling und Transparenz. Nutze Social Media, E-Mail-Marketing und gezielte Anzeigen, um Vertrauen aufzubauen. Zeige deinen Kund:innen außerdem konkret, welchen Mehrwert deine Produkte bieten. Kommuniziere beispielsweise die Ersparnis gegenüber Neuware, den Zustand und die Qualitätsprüfung sowie mögliche Vorteile einer längeren Produktnutzung. Nutze aussagekräftige Produktfotos und transparente Beschreibungen.
Was brauchst du für einen ReCommerce-Shop?
Du brauchst zunächst ein klares Geschäftsmodell und musst entscheiden, welche gebrauchten Produkte du verkaufen und wie du sie beschaffen möchtest. Du kannst zum Beispiel auf Flohmärkten, in Antiquariaten, bei Haushaltsauflösungen oder auf Wertstoffhöfen nach geeigneten Schätzen stöbern. Die zweite Möglichkeit, an Ware zu kommen, ist, in den Großhandel einzusteigen und gebrauchte Produkte oder Restposten in großen Mengen aufzukaufen. Lege außerdem Kriterien für Ankauf, Zustandsbewertung, Aufbereitung und Preisgestaltung fest. Hinzu kommen die allgemeinen Voraussetzungen einer Unternehmensgründung wie Rechtsform, Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung. Für den Verkauf brauchst du außerdem einen passenden Vertriebskanal sowie Prozesse für Lagerung, Versand, Retouren und Kundenservice.
Wie startest du ein ReCommerce-Programm?
Wenn du bereits Produkte verkaufst, kannst du ReCommerce als Rücknahme- oder Trade-in-Programm in dein bestehendes Geschäft integrieren. Lege dafür fest, welche Produkte du von Kund:innen zurücknimmst und was sie im Gegenzug erhalten, zum Beispiel Geld oder Shop-Guthaben. Anschließend brauchst du einen klaren Prozess für Rücknahme, Prüfung, Aufbereitung und Wiederverkauf. Starte am besten mit einer ausgewählten Produktgruppe und erweitere dein Programm, sobald die Abläufe funktionieren.
Ist ReCommerce nachhaltig?
ReCommerce ist in der Regel nachhaltiger als klassischer Verkauf von Neuware, weil bestehende Produkte länger genutzt werden. Dadurch müssen weniger neue Artikel hergestellt werden, was Ressourcen, Energie und Emissionen sparen kann. Gleichzeitig landen weniger Produkte im Abfall.
Warum ist ReCommerce so beliebt?
ReCommerce ist beliebt, weil Kund:innen hochwertige Produkte günstiger kaufen können und gleichzeitig bewusster konsumieren. Für Unternehmen bietet ReCommerce zusätzliche Umsatzchancen, stärkere Kundenbindung und eine glaubwürdige Möglichkeit, Nachhaltigkeit in das Geschäftsmodell einzubinden.












